Wer einen Hund daheim hat und sich auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela begibt, möchte seinen treuen Vierbeiner zumeist mitnehmen. Die Reise mit einem Hund hat einige Vorteile:
Doch Vorsicht!! Nicht überall ist der Hund gern gesehen. Schon gar nicht, wenn er schlecht erzogen ist. Außerdem hat jedes Land seine eigenen Vorschriften mit dem Tier.
In der Schweiz muss man die Hinterlassenschaften des Tieres mit einem Beutelchen aufnehmen und in den Abfall werfen, ansonsten drohen Bußgeldstrafen. Im Allgemeinen sind die Vierbeiner aber gern gesehen. Für die Einreise muss der Hund zwischen 30 Tagen und 12 Monaten gegen Tollwut geimpft worden sein. Außerdem braucht man ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt.
In Frankreich haben die Menschen ein besonders gutes Verhältnis zu Hunden. Sie sind überall gern gesehen. Für die Einreise muss der Hund zwischen 30 Tagen und 12 Monaten gegen Tollwut geimpft sein. Eine Einreise ist für Hunde, die die morphologischen Merkmale der Tosa-Rasse aufweisen (Pitbull, Boerbull), nicht erlaubt. Für Schutz- und Wachhunde (Rassehunde, Rottweiler etc.) - Hunde der 2. Kategorie - ist die Einreise nur mit Maulkorb und Leine und dem Geburtszeugnis und dem Stammbaum, die den Hund als Schutz- oder Wachhund ausweisen, erlaubt.
In Spanien sind Hunde nicht gern
gesehen. Sie dürfen in keine öffentlichen Gebäude, auch nicht in Restaurants,
Bars und Kneipen. Sie dürfen normalerweise nicht in der Herberge übernachten.
Wenn man Glück hat, darf man den Hund in einen Innenhof sperren. Oft muss er
aber vor der Herberge angebunden werden. Der Hund darf nicht frei herumlaufen.
Dann gilt er als Streuner, und man muss eine hohe Geldstrafe zahlen. Der Hund
darf nicht in Züge, Busse oder andere öffentliche Verkehrsmittel. Viele
Taxiunternehmen lehnen den Transport von Hunden ab. Selbst wenn man sich einen
Mietwagen nimmt, ist es nicht immer erlaubt, Tiere damit herumzufahren.
Ich rate jedem davon ab, den Pilgerweg in Spanien mit einem Hund zu machen. Man
hat mehr Kummer als Freude.
Für die Einreise muss der Hund zwischen 30 Tagen und 12 Monaten gegen Tollwut geimpft sein.
Außerdem braucht man einen internationalen Impfpass mit Herkunftsbescheinigung
und ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis, das nicht älter als 10 Tage sein
darf.
Man sollte den Hund täglich nach Zecken absuchen. Ein bis zwei Zecken pro Tag sind keine Seltenheit.
Unterkunft:
In Frankreich sollte man sich ein Buch mit allen Unterkunftsmöglichkeiten
(miam-miam-dodo, siehe auch Literatur) besorgen. Dort ist oft angeben, ob ein
Pferd aufgenommen werden kann oder nicht. Man sollte auf jeden Fall ein bis zwei
Tage vorher (spätestens) anrufen und Bescheid geben. Oft finden auch die
Gastgeber, die dies nicht grundsätzlich anbieten, eine Lösung. Das Pferd sollte
es gewohnt sein, die Nacht auf einer Weide zu verbringen. Manchmal muss man es
auch anbinden. Wir haben uns einen Pflock zugelegt. Dann kann man das Pferd auf
jeder Grünfläche anpflocken. Es kann fressen und sich bewegen.
In Spanien ist der Pflock unerlässlich. Die Herbergen sind nicht darauf
eingerichtet, Tiere aufzunehmen. Ganz selten gibt es an der Albergue eine
Möglichkeit das Pferd frei grasen zu lassen. Leider gibt es auch noch kein gutes
Buch, das einem konkrete Hinweise über Übernachtungsmöglichkeiten geben kann. In
der Nähe von größeren Städten findet man meistens ein "centro hippica"
(Pferdehof). Dort bekommt man Zusatzfutter, Kontakt zu einem Hufschmied und hat
ein gutes Nachtquartier.
Nahrung:
Unser Pony hat in der Nacht gegrast und während zwei großen Pausen am Tag. Das war
ausreichend. Es hat zusätzlich Hafer und Karotten bekommen. Heu oder Stroh gab
es selten, aber im Winter fand es viel vertrocknetes Gras vom Vorjahr. Da es
frei grasen konnte, hat es auch Baumrinde und Äste gegessen, was seinen
Raufutterbedarf gedeckt hat.
In Frankreich gibt es in jedem etwas größeren Dorf ein "Point vert"
("Grüner Punkt").
Dort bekommt man Hafer und anderen Tierbedarf. Gastgeber, die Pferde aufnehmen,
sorgen oft auch für Heu und Stroh.
In Spanien haben wir keine Gartenmärkte gefunden. Nur ein einziges Mal
haben wir Getreide kaufen können (in einer Lagerhalle in Estella). Der Mann hat
uns das geschenkt, weil die Menge (5 kg) zu gering war, um Geld dafür zu
verlangen. Wir sind dann dazu übergangen, in Gaststätten und Bäckereien nach
hartem Brot zu fragen. Davon darf ein Pferd aber nicht zu viel bekommen. Heu und
Stroh gab es gar nicht mehr.
Hufschmied, Tierarzt:
Ca. alle 600-800 km oder alle 8-12 Wochen braucht das Pferd neue
Hufeisen. Nach dieser Zeit bzw. Strecke sind die Eisen meistens abgelaufen
und/oder der Huf ist soweit gewachsen, dass er wieder beschnitten werden muss.
Mit Wolframstiften in den Eisen halten sie länger und das Pferd rutscht nicht so
oft auf Teerstraßen aus.
In Frankreich beschlägt man meistens heiß. Das kostet zwischen 60-80 €
und dauert 1-2 Stunden. Einen Hufschmied kann man über die "pages jaunes" (Gelbe
Seiten) finden. Dabei sind die Gastgeber gerne behilflich.
Auch Tierärzte gibt es in jedem größeren Dorf. Sie sind zwar meistens
überrascht, wenn man mit dem Pferd bei der Praxis vorbei kommt, aber die Tiere
werden dort sicherlich so gut behandelt wie in Deutschland. Allerdings sollte
man sich vorher telefonisch anmelden. Die Telefonnummern findet man auch in den
"pages jaunes".
In Spanien haben wir Kontakt zu einem Hufschmied (herrero) über die "centro
hippica" bekommen. Dort beschlägt man kalt. Das kostet ca. 40 € und dauert eine
halbe Stunde.
Tierärzte gibt es in jedem größeren Dorf. Es ist ratsam, sich vorher anzumelden.
Bestellt man den Hufschmied zu seiner Unterkunft, so ist eine Verspätung von 3
bis 4 Stunden nichts Ungewöhnliches.
Man sollte das Pferd täglich nach Zecken absuchen. Ein bis zwei Zecken pro Tag sind keine Seltenheit. Man findet sie meist an Nase und Hals.